Kurze Einführung in die grafische Mensurendarstellung

Die graphische Darstellungsmethode System RENSCH wurde 1970 von Orgelbaumeister Richard Rensch (1923-1997) mit der Entwicklung seines Mensurenrechenschiebers in der Fachwelt eingeführt. Seit kurzem ist das Computerprogramm M! - Mensuren am Computer von E.R.S auf dem Markt, das als zeitgemäße Weiterentwicklung die Analyse vorhandener Mensuren sowie die Kompositionen neuer Klangkonzepte noch einmal wesentlich vereinfacht. Dabei ist es mit dem Rechenschieber und den damit hergestellten Grafiken auf Netzpapier 1:1 kompatibel.

Die Darstellung des Mensurenverlaufs basiert auf einer logarithmischen Verzerrung des Koordinatensystems, sodaß die Kurve einer geometrischen Reihe als Gerade erscheint. Als Basisgerade wird üblicherweise das Oktavverhältnis 1:4te Wurzel 8 (Töpfermensur) festgelegt. Der Nullpunkt nach Töpfer ist demzufolge C 8'= Ø 155,5 mm. Register anderer Fußtonlagen werden entsprechend transformiert, sodaß z.B für C 4' derselbe Nullpunkt Ø 92,46 mm (155,5 x 4te Wurzel 8) oder für C 16'= Ø 261,52 mm (155,5 : 4te Wurzel 8) bedeutet. Konform mit dem Empfinden Töpfers, daß seine Einheitsmensur eine gleichbleibende Klangfarbe über den gesamten Tonumfang der Orgel erzeugt, erhält man auf diese Weise eine graphische Darstellung, die nicht tonhöhen- sondern klangfarbenorientiert ist. Der geübte Anwender kann sich also von einem Schaubild schon einen Klangeindruck verschaffen.

Die Unterteilungen in x-Richtung stehen für Halbtöne der Tonhöhe. Die Unterteilungen in y-Richtung stellen die Abweichungen von der töpferschen Normalmensur (NM) in Halbtonschritten dar (nach unten enger als NM, nach oben weiter als NM).


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